Die Gemeinde Morlaix beherbergt knapp 15.000 Einwohnende und befindet sich im Departement Finistère. Im Untergrund der Stadt vereinigen sich die Flüsse “Le Queffleuht“ und „Le Jarlot“ zum Fluss „Morlaix“, der nach guten fünf Kilometern den Atlantik erreicht.

Der Hafen

Nach dem der Morlaix aus seinem unterirdischen Verlies befreit wird, ist er erst einmal eine Marina mit unzähligen Yachten. Diesen ist es nicht möglich, jederzeit den Hafen zu verlassen oder anzusteuern, denn die Schleuse Écluse de Morlaix garantiert den im Hafen liegenden Booten einen gleichmäßigen Wasserstand unter dem Kiel, unabhängig von den Gezeiten. Anderthalb Stunden vor und nach der Flut ist der Wasserstand hoch genug, um die Schleuse zu erreichen.

Das Wahrzeichen

Morlaix hat auch einen Bahnhof, der unter anderem vom Hochgeschwindigkeitszug (TGV) von Paris nach Brest angefahren wird. Das Zentrum der Stadt liegt in einem Talkessel etwas über Meeresspiegel, der Bahnhof Gare Ferroviaire de Morlaix auf 61 Metern darüber.
Da auf dieser Strecke keine Zahnradbahn verkehrt um ins Tal und wieder hinaus zu gelangen, musste zur Realisierung der Strecke ein Brückenbauwerk her. Daher wird das Stadtbild von einem deutlich sichtbaren, 58 m hohen und 285 m langen langen Eisenbahnviadukt geprägt. Es wurde 1861 errichtet, um die Bahnstrecke Paris-Brest fertigzustellen. Ganz oben auf dem Viadukt fährt die Eisenbahn und ein Stockwerk tiefer kann das Tal zu Fuß überquert werden. Es bietet eine sehr schöne Aussicht über das Stadtbild und die Altstadt.

Die Altstadt

Damals besaß Morlaix ein Verkaufsmonopol auf die in dieser Gegend gewebten Leintücher, und die Altstadt spiegelt den Reichtum der Stadt wider.
Hier finden wir die Laternenhäuser. Dieses sind mehrgeschossige Fachwerkhäuser, die durch einen Innenhof verbunden sind. Die das jeweilige Haus von innen beleuchtende Lichtquelle ist als Grund anzusehen, diese Gebäude „Laternenhäuser“ zu nennen.
Die Kirche Saint-Mélaine am Fuße des Viaduktes (15. Jahrhundert) wurde bei Bombardierungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, später wieder aufgebaut. Bemerkenswert ist das Orgelgehäuse, das noch aus dem 17. Jahrhundert stammt.
Die Kirche Saint-Mathieu (16. Jahrhundert) wurde nach langem Verfall Anfang des 19. Jahrhunderts komplett restauriert. Sehenswert ist eine aufklappbare Marienstatue, deren Inneres die Dreifaltigkeit darstellt.
Alles in allem ein lohnenswerter Besuch.
Leider blieb uns die Stadtrundfahrt mit der Petit Train verwehrt. Diese stand an der Abfahrtsstelle und konnte nicht mehr gestartet werden. Wir wünschen dem netten Betreiber der Bahn, dass sich der Schaden in Grenzen hält. Die Nettigkeit des Betreibers soll laut Rezensionen davon abhängen, ob die Fahrkarten bei ihm oder der nahegelegenen Bar erworben wurden.

Am Ende

Sehen wir auf zwei schöne Tage in Morlaix zurück. Das Appartement mit Blick auf die abends beleuchtete Brücke war ein Glückstreffer. Trotz nahegelegener Straßencafes war es eine ruhige Nacht.

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