Den Pfingstmontag, auch in Griechenland ein gesetzlicher Feiertag, widmen wir den Bergen der Insel Lefkada. Als erstes Ziel wählten wir das große Bergdorf Karya aus.

Der Berg ruft

Abseits des Trubels sollte hier ein beschauliches Bergdorf auf uns warten. Bei der hier unten herrschenden Hitze hofften wir auf kühlere Luft in den Bergen.
Die schnellste Route sollte es nicht sein, denn wir wollten ja was von den Bergen sehen. Wir passierten den Ort Nytri, der uns nicht so richtig gefallen hat, zu viel Trubel. Im Ort Perigali ging es dann links ab über eine kleine Straße in die Berge. In einer Haarnadelrechtskurve ist der Aussichtspunkt Balkoni installiert, mit einem Sonnenschutzhäusschen. Das Weingut Siflogo Winery lassen wir rechts liegen, bei den Kurven besser keine Weinprobe.

Karya

Da es mit dem Parken schwierig ist folgten wir dem Schild Parking vor der Kirche Agios Spyridonas. Die angeschlagenen 4 Euro Parkgebühren wurden sofort von der Besitzerin des gegenüberliegenden Ladens einkassiert. „Es gibt Prozente, wenn ihr bei uns was kauft“.
Hier sollte es Handwerksbetriebe geben, die seit Jahrhunderten handgefertigte Spitze herstellen und verkaufen. Viele Tischdecken mit Spitzenverzierung wurden angeboten.
Auch einiges an Teppichen. Doch Vorsicht, auf mancher Decke findet ihr eine nicht griechische Herkunft.
Nach einem Bummel durch die Straßen mit vielen touristischen Läden genehmigten wir uns ein Kaltgetränk unter Platanen. Die Auswahl an Tavernen ist hier außerordentlich groß.

Glockenturm

Englouvi

Das kleine Bergdorf Englouvi (auch Egklouvi) ist weit über die Insel Lefkada hinaus für seine nahrhaften Englouvi Linsen bekannt. Sie werden die edelsten Linsen Griechenlands genannt.
Der Ort hat sich seine Ursprünglichkeit bewahrt, die Gassen strahlen einen angenehmen Charme aus. Ein ziemlicher Gegensatz zu Karya.
Kommen wir noch einmal auf die Linsen zurück, die auf rund 900 Metern Höhe wachsen.
Die mussten wir doch probieren. Die Linsen werden nicht verkauft, dazu ist die Menge zu gering. Nur in den Tavernen des Ortes kommen diese Linsen in verarbeiteter Form auf den Tisch.  
Auf einem Platz unter Platanen sahen wir eine Taverne. Es war nicht eine, nein drei Tavernen, die sich diesen Platz teilten.
Meine Partnerin hätte gerne den Linsensalat, ich gerne die Suppe. Auf den beiden von uns studierten Speisekarten gab es nur die Suppe, also „zweimal Suppe bitte“!
Sie traf bei allem Lob im Voraus nicht unsere Erwartungen, uns fehlten der Essig und die Gewürze. Später erfuhren wir, das traditionelle Rezept beinhalte die Linsen, Knoblauch, Olivenöl und einige wenige Gewürze.

Durch die Berge zurück

Weiter sollte es zum Berg Profitis Ilias gehen. An der Kapelle Agios Donatos unweit des Dorfes Englouvi fanden wir einen großen Platz mit vielen Brunnen und ebenso vielen runden Turmruinen. Keine Wohnsiedlung in der Nähe.
Wir erfrischten uns mit Brunnenwasser und wunderten uns. Aber nicht lange, denn schnell konnten wir die Lösung ermitteln; jedes Jahr am 6. August findet hier das Linsenfest statt, wohl eine Art Erntedankfest, denn das Datum entspricht der Erntezeit der Linsen.
Die runden Turmruinen, die wir überall zu sehen bekamen, sind als „Koursarades“ bekannt und dienten während der venezianischen Besetzung den Dorfbewohnern als befestigte Wohnstätten.
Eine riesige ehemalige NATO-Station schob sich bei der Weiterfahrt vor unsere Fotoapparat-Linse. Hui, ein Wortspiel.
Weiter fuhren wir über eine Hochebene mit vielen Mohnfeldern. Denke, hier werden auch die Linsen angebaut.
Der weitere Rückweg fand über kleine Straßen statt, die gerade mal die Breite eines Autos hatten. Gut, dass der Gegenverkehr selten war und immer den richtigen Zeitpunkt gewählt hatte.
Über Manasi und Nikolis, erreichten wir eine Hauptstraße, deren Asphalt wir gerne annahmen.

Am Ende des Tages

Ärgerten wir uns etwas, denn die dritte Taverne, deren Speisekarte wir nicht studiert hatten, servierte sowohl Linsensalat als auch -suppe. Selber schuld!
Nachhaltig beeindruckt haben uns die Straßen durch die Berge und das Timing der entgegenkommenden Fahrzeuge.

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