Der südlichste Stadtteil Bonns bietet eine Menge Kuriositäten. Ein Bahnhof, der gar nicht in Mehlem steht. Ein Haus, welches in Königswinter abgebaut wurde und in Mehlem wieder aufgebaut wurde, sind nur zwei Beispiele.
Der Stadtteil Mehlem
Der Stadtteil Mehlem liegt im südlichen Bonn. Gehen wir weiter in Richtung Süden aus Mehlem heraus, betreten wir nicht nur eine andere Gemeinde, sondern auch das Bundesland Rheinland-Pfalz. Hier rücken auch die Berge näher an den Rhein heran, eine deutliche Verengung des Rheintales ist nicht zu übersehen.
Nach Mehlem kommen wir alle zwanzig Minuten mit der Eisenbahn, wenn sie denn kommt oder wenigstens pünktlich ist.
Der Bahnhof Mehlem
Empfangen werden wir von dem im Jahre 1855 eröffneten Bahnhof Mehlem, der im Ortsteil Lannesdorf liegt! Da Lannesdorf weniger bekannt war, wurde der Bahnhof der Gemeinde Mehlem zugeordnet. Das Bahnhofsgebäude selber ist für Bahnkunden nicht nutzbar, in diesem befindet sich ein portugiesisches Restaurant.
Interessant ist die Geschichte des Bahnhofes.
Einflussreiche Aktionäre der Eisenbahngesellschaft, wie zum Beispiel der Bankier Deichmann, hatten keine Lust am Bonner Bahnhof in die Pferdekutsche umzusteigen und den langen Weg mit der Kutsche zu fahren, um deren in Mehlem liegende Villen zu erreichen. So machten sie ihren Einfluss geltend und erreichten die Verlängerung der Eisenbahnlinie. Das ermöglichte ihnen, bequem und schnell ihre Villen zu erreichen.
So wird die Geschichte in Mehlem erzählt.


Die Deichmannsaue
Die Deichmannsaue wird gerne nach Mehlem „eingemeindet“, sie gehört jedoch zu Rüngsdorf!
Wir spazieren vom Bahnhof in Richtung Rhein und biegen an der Fähre Mehlem-Königswinter links ab. Hinter dem versteckt liegenden Tennisplatz sehen wir linkerhand das Schloss Deichmannsaue, in deren Nachbarschaft Teile der ehemals amerikanischen Botschaft.
Der frühere „Auerhof“ war seit 1836 im Besitz der wohlhabenden und gesellschaftlich hochstehenden Kölner Bankiersfamilie Deichmann. Sie hielt dort ihre repräsentativen Empfänge ab.
Ab dem Jahre 1950 befand sich die Dienststelle des amerikanischen Hochkommissars John McCloy dort.
Hier finden wir heute unter anderem die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.
Im Gegensatz zu dem komplett schwer bewachten Gelände zu Zeiten der „Amerikanischen Botschaft“ ist das Gelände heute teilweise offen. In Teilen ist es weiterhin umzäunt und durch Kontrollposten bewacht.
Wir können uns frei durch einen Park mit uraltem Baumbestand bewegen.


Das Rheinufer
Wir begeben uns zurück zum Rhein und folgen ihm Stromaufwärts. Nach passieren der Fähranlegestelle können wir von Februar bis November bei Mahmoud Moraa im Imbiss an der Mehlemer Fähre unseren Hunger oder Durst stillen. Mahmoud steht von Frühmorgens bis abends in seinem Imbiss, sieben Tage die Woche.
Er hat es schon bis in die Lokalzeit des WDR geschafft.
Gesättigt, vielleicht sogar mit einer Anekdote im Gepäck laufen wir weiter rheinaufwärts.
Vorbei am Haus Steinebach und dem Haus Steineck, einem imposanten Gebäude, welches von 1982 bis 2008 im Besitz des Königreichs Suadi Arabien war.
Ab 12 Uhr können wir alternativ zum Imbiss von Mahmoud das KUK Weinhäusschen am Rhein, ein gemütliches Weinlokal mit großer Terrasse, zwecks Nahrungsaufnahme aufsuchen.
Dort kann bei einem lecker Weinchen der Rhein mit seinem Schiffsverkehr beobachtet werden. Petersberg, Drachenburg und Drachenfels sind von der Terrasse aus deutlich zu sehen. Aber nicht zu viel Wein, wir haben ja noch was vor!
Weiter des Weges betrachten wir die rechtsstehenden Villen aus alter Zeit. Leider finden wir dazwischen immer wieder einige Bausünden der neueren Zeit, teilweise mit geschmacklich denkwürdigem Schnickschnack.
Gegenüber einer zur Zeit nicht mehr verwendeten Schiffsanlegestelle finden wir einen Lost Place, die ehemalige Südafrikanische Botschaft.






Nicht am Ende
Der Tag neigt sich dem Ende zu, aber die Tour geht noch weiter! Wir machen erst einmal Pause und sind gespannt auf die weiteren Kuriositäten.
Bis in zwei Wochen.
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