Hätten die Gründer der Stadt Monopoli damals schon von der Erfindung des gleichnamigen Spiels gewusst, würde sie heute Monopoly heißen. Womit allerdings der Sinn dieser Stadt verfremdet würde, denn übersetzt aus dem griechischen Monos-Polis bedeutet es einzige Stadt. Was soviel wie sicherer Hafen und Zufluchtsort bedeutet.

Überhaupt hat diese Stadt nicht viel mit dem Spiel zu tun.
Eine Schlossallee Viale del Castello suchen wir hier vergebens. Wer hier Kohle machen möchte, kauft ein Hotel auf dem Piazza Vittorio Emanuele II. Hier sind gute Mieten zu erhalten.
Bahnhof hat es nur einen. Zwischen 5 Uhr und 22:30 Uhr könnt ihr nach Brindisi/Lecce, Polignano a Mare und Bari Centrale fahren.
Sogar mehrmals täglich nach Rom!
Doch schauen wir uns die Stadt mit den um die 50.000 dort lebenden Menschen einmal genauer an.
Wir kommen an die Stadtgrenze und fahren erst einmal durch eine wenig attraktive Gegend, in der auch unser Domizil Casa Dormio liegt. Die inneren Werte der Unterkunft sind jedoch ganz anders; ein modernes Appartement beherbergt uns die nächsten Tage. Erdwärme spendet in den ersten Tagen die nötige Wärme, denn die Sonne zeigt sich erst einmal nur in flüssiger Form. Das ist ein rheinischer Spruch: „Es regnet“. „Nein, das ist flüssige Sonne“
Die Temperaturen sind dementsprechend.
Nachdem sich nach anderthalb Tagen der mehr oder weniger Dauerregen verzogen hat, wagen wir eine erste große Exkursion. Es geht Richtung Altstadt von Monopoli. Da das Meer nur 100 m von uns entfernt ist, möchten wir gerne daran vorbeigehen. Das entpuppt sich als gar nicht so einfach, denn hohe Klippen trennen uns von der Wasserlinie, Buchten reichen bis weit ins Land hinein und erfordern Umwege.
Die ständige Bewegung des Meeres, übrigens am heutigen Tage sehr intensiv, hat in das weiche Gestein eine Menge Grotten und Buchten gespült.
Am Rande der Altstadt angekommen schauen wir uns erschöpft nach einer Bar um, die wir in der Via Luigi Cardorna finden. Der Wirt der Caffetteria Antiche Mura ist sehr Nett, die Gäste ausschließlich umgängliche Einheimische, der Cappuccino ein Gedicht, genau wie die Paninis.
Jetzt lassen wir uns gestärkt auf die Altstadt ein.
Der direkte Weg zur Via Papacenere ist durch eine Baustelle versperrt, wir laufen über die Via Mulini an der Stadtmauer vorbei, erst außen, dann innen.
Jetzt lässt sich der Weg nicht mehr verfolgen, wir geben unseren Füßen freien Lauf.

Chiesa di Santa Maria del Suffragio

In der Altstadt stoßen wir auf einen für uns gruseligen Ort.
Durch das von zwei Totenköpfen bewachte Eingangsportal der Chiesa di Santa Maria del Suffragio sehen wir das beeindruckende Innere der Kirche.
Also, nichts wie rein. Bei der Schwarzen Madonna haben wir uns noch nichts gedacht.
Im seitlich liegenden Oratorium haut es uns fast die Beine weg. Neun Totenköpfe auf mumifizierten Körpern starren uns an. 
Es sind die Mumien von einer Frau, einem kleinen Kind und sieben Männern. Es sind Verstorbene der Bruderschaft von Santa Maria del Suffragio, die eine Kirche zum Gedenken an die Verstorbenen bauten.
Von manchen wird sie auch als Kirche des Fegefeuers (Chiesa del Purgatorio) bezeichnet.
Warum? Das Ziel der Bruderschaft del Suffragio ist das Gebet für die im Fegefeuer befindlichen Verstorbenen. Diese sollen schneller ins Paradies gelangen.

Am Ende

Wir finden auf dem Rückweg die Pizzeria 4 Grani, die noch nicht geöffnet hat. Netterweise werden wir eingelassen und können warten, bis die Pizzabäcker und die sizilianische Bedienung eingetroffen sind.
Wir folgen der Empfehlung der Sizilianerin und werden von den Speisen als auch dem Rotwein nicht enttäuscht.

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