Alberobello kann sicherlich bedenkenlos die Hauptstadt der Trulli genannt werden. So viele Trulli auf einem Fleck sind schwer vorstellbar.

Viele Trulli oder ein Trullo

Es ranken sich einige Geschichten um die Trulli. Hier nur zwei:
Früher haben die Bauern diese Gebäue ohne Zement als Stall gebaut, oder um ihre Lebensmittel aufzubewahren. Als bemerkt wurde, dass diese Gemäuer ein besonderes Raumklima erzeugten, im Sommer kühl, im Winter nicht so kalt, kamen die Menschen auf die Idee, diese Trulli auch als Wohnraum zu errichten. Das ist nachvollziehbar, denn diese Gebäude finde ich nicht nur in Italien, auch in anderen Ländern wurden sie schon gesichtet, jedoch nicht als Wohnraum.
Die zweite Geschichte wäre eine ganz andere:
Vor einigen hundert Jahren sollte jedes Haus mit Steuern belegt werden. Die Idee, Häuser ohne Zement zu bauen, und dem Steuereintreiber als Steinhaufen zu verkaufen, war der Grundstein zur Entstehung der Trullis.
Okay, das lassen wir mal so stehen.

Trullo bauen ist schwer und nicht jede*r kann es

Nicht jede*r kann ein Trulli bauen oder renovieren, denn nur ein guter Meister Trullaro darf hier Hand anlegen.
Ein Trulli entsteht, indem rohe Steine ohne Mörtel aufeinandergesetzt werden. Da wird jedes Puzzle blass.
Die Kegelform des Daches ergibt sich durch schräg aufeinandergeschichtete Steinplatten.
An den Dächern sind vielfältige Verzierungen, teils als Individualisierung, teils um überirdische Kräfte zum Schutz herbeizurufen, angebracht.

Individuelle Dächer

Albarebello, die Besichtigung

Nachdem wir einigermaßen erfolgreich den Parkautomaten gefüttert hatten, ging es nicht mit dem deutlich sichtbaren Menschenstrom auf die Via Colombo. Nach wenigen Metern durch die Via Guiseppe Verdi befanden wir uns mitten in einer der beiden Ansiedlungen von Trulli, genannt Rione Aia Piccola
Vor einem Trullo stand ein netter Mann und bat uns in ein nicht restauriertes Trullo. Das nahmen wir doch gerne an.
Im Eingangsraum brannte ein Holzfeuer, in einer kuscheligen Nische stand ein Bett, dann weiter in die gute Stube und die Küche. Als wir unsere Besichtigung beendet hatten, schloss uns der Trullo-Inhaber noch einen Raum auf, den ehemaligen Stall, in dem jetzt drei Mopeds sowie Ackergeräte untergebracht waren.
Der Sammeltopf im Eingangsbereich deutete an, dass er mit den freiwilligen Spenden vermutlich mehr einnimmt als mit einer Vermietung. Die Besichtigung hat uns tief beeindruckt.


Nach einer ausgiebigen Fotosession kamen wir automatisch auf einen großen Platz, den Largo Martellotta.
Eine kurze Überlegung, die zweite Ansammlung von Trullis, die Zona Trulli Rione Monti ebenfalls zu besuchen, wurde verworfen, wir hatten genug gesehen.
Die Via Indipenzana führte uns direkt zum Auto und die Fahrt nach Nardi konnte beginnen.

Weiter geht´s

Beeindruckt ob dieser Ansammlung von Trullis geht es auf die Landstraße Richtung Nardo, immer wieder taucht das ein oder andere Trulli auf.
Gigantisch, was die früher schon zustande gebracht haben, Stein für Stein ohne Zement und trotzdem dicht!

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