Heute morgen ist es klar und sonnig, doch es weht ein eiskalter Wind. Das kommt dem Plan, uns heute auf den Weg nach Polignano a mare sehr entgegen. Laut Reiseführer erwartet uns eine Stadt, die direkt am Meer auf einem Felsen erbaut wurde.

Das Parken und das Frühstück

Das Finden eines Parkplatzes war so einfach, dass ich mir erst einmal unsicher bin, ob das Parken hier überhaupt erlaubt sei. Es kommen gerade zwei Leute zu ihrem neben uns parkenden Auto. „Nein das ist überhaupt kein Problem hier zu parken; wenn die Linien weiß sind, dürfen sie parken“. „Bei gelben oder blauen Linien sollten sie es besser sein lassen“.
Beruhigt geht es durch enge Gassen Richtung Altstadt. Da wir uns noch kein Frühstück genehmigt haben, suchen wir nach einer Möglichkeit, dieses jetzt zu tun. In der Via Anemone finden wir das Sporcamuss, es wirbt mit Apulischen Fast Food. Ob das unser Ding ist? Der Hunger überzeugte uns die Eingangstüre zu öffnen.
Eine sehr freundliche Kellnerin erkennt uns als deutsche und spricht uns in unserer Muttersprache an. Wir erfahren, dass ihre Eltern als Gastarbeiter in der deutschsprachigen Schweiz gelebt haben und ihre Tante in Hannover lebt.
Sie verbessert ihre Deutschkenntnisse, indem sie ihren Sohn bei den Deutsch-Hausaufgaben unterstützt.
Die Speisen sind exzellent, der Weg in die Altstadt kann beginnen. Wir finden den Weg in die Einkaufsstraße Via Cerere, eine frisch eingerichtete Fußgängerzone.
Hier sind die üblichen Verdächtigen zu finden, vom Billigladen über die Andenkenläden bis hin zur Edelboutique.
Sollte sich bei euch eine Unterzuckerung bemerkbar machen, lasst die Finger von Shops, die fragwürdige Süßigkeiten anbieten. 3,80 € für 100 Gramm Süßes ist viel Geld. 100 g Haribo Gummibärchen liegen bei 1 €.

Zum Sänger Domenico Modugno

Von der Piazza Giuseppe Garibaldi beginnt mit einer Allee der Einstieg in die Via Pompeo Sarnelli, begleitet von reichlich Speiselokalen.
Auf dem weiteren Weg überqueren wir die für den Autoverkehr gesperrte Ponte Borbonico, die einen sensationellen Blick auf die Bucht Namens Lama Monachile und die Altstadt freigibt.
Rechts vom nächsten Platz, dem Largo Gelso, finden wir eine weitere Aussicht auf die Altstadt und ein Denkmal. Der in Polignano a mare geborene Sänger Domenico Modugno ist hier überlebensgroß und mit ausgebreiteten Armen zu sehen.
Kennt ihr nicht? Doch: Cantare oh oh oh oh. Der Hit Volare erreichte1958 den 3. Platz im Grand Prix de la Chanson.

Die Altstadt

Nach einer verdienten Ruhepause gehen wir den Weg zurück bis zur Piazza Giuseppe Garibaldi, wo wir durch das Tor Arco Marchesale oder auch Porta Grande die Altstadt betreten.
Die Altstadt ist direkt auf die Steilküste gebaut, wir finden enge Gassen, die immer wieder zu Aussichtspunkten führen, von denen es steil ins Meer geht.
Wir genießen es, planlos durch die Gassen zu schlendern und einiges zu sehen, was nicht in Prospekten abgebildet ist.
Das auf dem Hinweg entdeckte Speiselokal La Locanda Porta Picc versorgt uns aufs Beste mit der inzwischen wohlverdienten Nahrung. Das morgens vernommene geschimpfe der Wirtin war ein gutes Zeichen.
Gesättigt begeben wir uns zum Auto, welches wir leicht wiederfinden, die Ausfahrt aus dem Ort ist infolge einiger Baustellen etwas anspruchsvoll.

Am Ende

Wir schauen auf einen erfolgreichen Tag zurück mit vielen Eindrücken. Die engen Gassen der Altstadt sind eine Freude fürs Auge. Das sich manche Menschen an uns Touristen bereichern möchten, kennen wir ja schon. Da hilft nur aufpassen und nachfragen.
Interessant sind Entdeckungen wie die Statue des Sängers Domenico Modugno. Erst können wir nichts mit ihm anfangen, doch dafür gibt es ja das weltweite Netz.
Der Ort ist bereits im März sehr touristisch, das kennen wir so nicht aus Monopoli, wo wir uns jetzt wieder befinden.

Mehr Apulien findet ihr hier.

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