Mit Alberobello verlassen wir die Provinz Bari, um die Provinz Lecce unsicher zu machen. Am Stadtrand von Nardo im westlichen Salento ist eine Unterkunft angemietet.
Mir persönlich ist das Salento durch seine wunderbaren Weine bekannt.
Wir freuen uns auf die neue Unterkunft, die sich in einem großen Park mit einem imposanten Haupthaus befindet. Hinter dem Haupthaus befinden sich drei Appartements. Eins davon ist unseres, in den beiden anderen leben die Vermieter.
Die Korrespondenz im Vorfeld ist freundlich und zuvorkommend. Dank der modernen Technik unkompliziert. Das änderte sich bei der persönlichen Kommunikation, die Unterhaltung mittels Übersetzer hatte die Vermieterin wohl nicht erfreut. So zumindest unsere Interpretation ihres Gesichtsausdruckes.
Das Appartement ist kühl und feucht, passt sich ganz den Verhältnissen vor der Türe an. Die Auseinandersetzung mit der Heizung verloren wir. Sie wird unserer Beobachtung nach nur einige Male am Tag warm. Die Klimaanlage konnte als Heizung verwendet werden, lässt sich mal einschalten, mal nicht.
Wir erkunden Nardò
Das Parken ist kein Problem, am Rande des Stadtkernes ist es mit Parkscheibe möglich. Unbewusst erscheinen wir genau zu Beginn der freien Parkzeit von 13 – 15 Uhr.
In der Stadt herrscht der regionaltypische Barockstil vor, der sich seit der Herrschaft der Spanier hier durchgesetzt hat. Die vielen Baugerüste zeugen von heftigen Renovierungsarbeiten, die darauf schließen lassen, dass hier gerade das touristische Potenzial der Stadt entdeckt wird. Oder vielleicht doch nur der Verfall gemindert werden soll?
Unserer berühmten Nase nach begeben wir uns in die Altstadt mit Hauptziel der Piazza Salandra, wo wir einiges zu Gesicht bekommen.
Mitten auf der Piazza steht die Guglia dell ‚immacolatadie, eine Säule, die 19 m hoch ist.
Die zu dieser Jahreszeit offensichtlich geschlossene Touristeninformation im Palazzo del Sedile aus dem 15. Jahrhundert steht am Rande des Platzes.
Hier fand laut unserem Reiseführer in der ersten Hälfte des 17 Jahrhunderts ein brutales Ereignis statt. Der damalige Lehnsherr der Stadt ließ die Anführer eines Aufstands köpfen und die Häupter über dem Eingang als Abschreckung zur Schau stellen.
Unscheinbar zeigt sich die Chiesa di San Trifone von 1720 ebenfalls am Rande des Platzes.
Ganz anders die Chiesa di San Domenico mit dem Stierbrunnen, der Fontana del Toro.
Der Sage nach scharrt ein Stier auf dem Boden und findet eine Quelle. Und wo Wasser ist entsteht früher oder später eine Ansiedlung von Menschen. In deren Zentrum wir uns jetzt befinden.
Der Justizpalst befand sich gerade unter einer Plane, die glatt von Christo hätte stammen können. Der lebt nicht mehr, also waren es doch eher die Bau-arbeitenden.
Wir schlendern weiter und kommen zum Monumento di Caduti, (Kriegerdenkmal ) auf der Piazza del Popolo. Etwas weiter das Denkmal für die Verkehrstoten.



















Nardò im Dunkeln
Der Hunger treibt uns zu nächtlicher Zeit ein weiters Mal nach Nardò. Das Speiseangebot in der Altstadt ist reichlich, da fällt eine Entscheidung schwer. Wir finden ein sehr schönes Weinlokal mit leckerem Essen und gefühlt tausend Sorten Wein.
Gesättigt und inspiriert vom alkoholischen Getränk namens Wein schlendern wir durch das beleuchtete Nardò.




Am Ende
Nardo ist eine angenehme Stadt fernab des Tourismus, in der es sich gut aushalten lässt.
Schon während des Aufenthaltes wunderten wir uns über die besten Bewertungen für unser Appartement. Wieder einmal der Beweis, wie aussagekräftig selbige sind. Zwei Regentage zwangen uns zu einem Aufenthalt mehr oder weniger im Bettchen, da die Wohnung feucht und kalt war.
Übrigens gibt es bei der Weinkooperative einen im Preis/Leistungsverhältnis unschlagbaren Negroamaro aus dem Eichenfass.
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