Heute sieht es nicht nach Regen aus und die Sonne zeigt sich schüchtern zwischen den Wolken. Es spricht nichts dagegen, die geplante Wanderung ins Naturschutzgebiet Portoselvaggio nahe Santa Catarina anzugehen.
Von der Villa Tarfuri ans Meer, oder doch nicht?
Wir packen unseren Reiseführer ein, in dem eine Rundwanderung vorgeschlagen und beschrieben ist und suchen den Startpunkt.
Wir parken an der Villa Tarfuri. Die Wanderstiefel an, den Rucksack mit ausreichend Wasser auf den Buckel, die Wanderstöcke bereit und los geht’s.
Wir betreten einen herrlichen Pinien und Kiefernwald. Unsere Hündin Bronia rennt ausgelassen los, durch saftiges Gras im Kontrast mit gelbblühenden Blumen.
Nachdem wir erst links abgebogen sind erreichen wir auf breitem Wege einen Abzweig mit einem ersten Ausblick auf das Ionische Meer. Einige Ecken weiter, der Weg wird schon etwas schmaler, erreichen wir einen Aussichtspunkt mit einer markanten roten Bank. Diese Bank und eine Gedenktafel dienen dem Gedenken an Renata Fonte. Sie war eine Kommunalpolitikerin aus Nardò, die 1984 im Alter von nur 33 Jahren ermordet wurde. Sie kämpfte mutig gegen illegale Bauprojekte und half so, die Natur in Porto Selvaggio zu schützen.
Vom Platz schauen wir direkt in eine Bucht, zu der eine steile Treppe hinunterführt. Da der weitere Weg Trittsicherheit erfordern soll, wir uns nach Anblick der Treppe dafür nicht sicher genug fühlen, disponieren wir um. Es ist nicht die Treppe, die uns abschreckt, sondern die Vorstellung, das alles irgendwann wieder nach oben zu müssen.










Torre dell’Alto
Wir schlagen den entgegengestzten, einfacheren Weg zum Torre dell’Alto ein.
Der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Turm ist Teil eines Systems zur Kontrolle der Küste. Und von hier aus gibt es einen nur durch den Turm unterbrochenen Panoramablick aufs Meer.
Nach einer Erkundung der Umgebung des Turmes begeben wir uns auf den Rückweg, viele Motive präsentieren sich jetzt aus einem anderen Blickwinkel.






Am Tagesende
Abends planen wir, den phänomenalen Sonnenuntergang an der Westküste von einem Speiselokal aus zu bestaunen. Der Beschluss, in Santa Maria al Bagno eine Pizza zu genießen, machte der Wirtesonntag fast unmöglich. Wie in Deutschland auch, haben die meisten Restaurants montags geschlossen. Wir finden das einzige geöffnete Restaurant mit einem wunderschönen Garten. Da die Wolken überhand nehmen und es frisch wird, setzen wir uns ins Lokal, denn die Sonne wird immer mehr von Wolken verhangen.
Der Pizzaofen müsste 20 Minuten angeheizt werden, so der Kellner. Letztendlich warten wir mehr als eine Stunde.
Aber lecker war sie doch.
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