Die Stadt Galatina gilt als eine der schönsten Kunststädte im Salento. Nicht nur das, sie ist auch das Zentrum der Pizzica Salentina, der berühmten Tarantella-Musik, dem Tanz der Tarantel.
Der Tarantismus
Ein lange gepflegter Glaube in Apulien sagt, dass der Biss der Tarantel zum Tarantismus, also zu Übelkeit, Traurigkeit und Erschöpfung, führt. Dagegen finden wir in manchen Beschreibungen die Begriffe Hysterie und Tollheit.
Er wird seit dem 17. Jahrhundert als Krankheit der ungebildeten, abergläubigen Landbevölkerung gehandelt. Da der Biss der Tarantel zwar schmerzhaft ist, aber keinen der oben genannten Symptome anzeigt, ist anzunehmen, dass es eher auf die damalige Lebenssituation der hart arbeitenden Landbevölkerung zurückzuführen ist.
Die sogenannten Befallenen pilgerten nach Galatina. Mit Gesang und der rhythmischen Musik eines Tamburellos, wir nennen es Tambourin, geraten die Betroffenen in Trance und tanzen sich ihre Beschwerden buchstäblich aus ihrem Körper und der Seele. Der Tanz erinnert an die Bewegungen einer Spinne und endet in totaler Erschöpfung.
Halfen Musik und der Tanz nicht, begaben sich die „Erkrankten“ zur Sankt-Paulus-Kapelle und tranken Wasser aus einem Brunnen, der dem Heiligen Paulus geweiht war, um das „Gift“ von innen heraus zu beseitigen.
Auch heute noch heilt dieser Tanz, allerdings eher die Kassen der Gastwirtschaft, der Gastgeber und sicher auch die der Gemeinde. Denn im August zieht La Notte della Taranta, die Nacht der Tarantel, angegebene hunderttausende Besuchende an.“ Das nicht direkt in Galatino, das sicher davon profitiert, sondern in Melpignano.


Unser Weg
Wir parken in einer Gasse am Rande des Zentrums und ermittelten mit Hilfe der Karte unseren Weg, der in der Tat erfolgreich zum Zentrum führt.
Über den Corso Re D`Italia kommen wir zum Piazza Dante Aligheri. In einem Cafe mit Blick auf die Chiesa di Santa Maria della Grazia genehmigten wir uns erst einmal einen ordentlichen Cappuchino.












Gebäude rund um den Platz
Gestärkt schlendern wir durch die Gassen, immer der Nase nach. Es ist wenig los in den Gassen, dafür sind die Lokale sehr voll, es ist Mittagszeit.












Plötzlich befinden wir uns in einer Künstlergasse mit Ateliers und darin ausgestellten Kunstgegenständen. Natürlich auch zum Verkauf angeboten. Es öffnet sich ein Hof und wir sehen Figuren, die um eine weiße Spinne herumtanzen.


Wir schauen uns die Basilika di Santa Caterina di Alessandria an, die der heiligen Catarina geweiht ist. Diese rein gotische Konventskirche ist bekannt für ihren Freskenzyklus. Die dargestellten Folterszenen irritieren uns, so etwas hat doch in einer Kirche nichts zu suchen, oder?




Abends
Wir sind beeindruckt von den Gegensätzen in dieser Stadt. Gerade noch auf bezaubernde Gebäude geschaut, stehst du plötzlich vor einem architektonisch uninteressanten Kasten, genannt Hochhaus. Hat dich die Altstadt einmal in ihren Bann gezogen, ist das schnell vergessen.
Schade, dass wir den Spinnentanz nur als Figuren gesehen haben, das wäre Live ein tolles Erlebnis.
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