Mein Weg führt mich vom Waldkrankenhaus durch das Annaberger Tal nach Friesdorf. Der etwas gruselige Weg endet in einem Betontunnel mitten im Wald.
Der Weg
Ich fahre mit der Linie 638 oder 639 bis zur Endstation Stadtwald/Ev. Krankenhaus und gehe kurz weiter in Fahrtrichtung. Biege vor der Schranke rechts ab in einen etwas breiteren Weg. Wenn der Weg rechts ab geht, wende ich mich nach links. Einen größeren Platz quere ich halbrechts, hier ist etwas Pfadfinderglück angesagt, denn ich muss den richtigen Ausgang, der so halb rechts liegt, erwischen.
Wenn ich auf den breiteren Pionierweg gerate, wende ich mich erst einmal ein wenig nach links bis zu einer Schutzhütte. Dort nach rechts auf den Rheinhöhenweg, dem ich bis zur Quelle des Annaberger Baches folge.
Diese ist oberhalb eines kleinen Sees zu finden, wie bei näherem nachforschen ersichtlich ist. Der See ist zur jetzigen Herbstzeit ziemlich von Blaualgen befallen.
Vorher nehme ich den rechten Weg ins Annaberger Tal, der erst einmal eben verläuft. Recht plötzlich verändert sich die Struktur des Weges, ich gerate in einen immer mehr abfallenden werdenden Hohlweg. Gottseiank, die andere Richtung wäre richtig Arbeit geworden. Es wuchert der Efeu und sonstiges Gewächs, ein wenig gruselig. Der Weg wird immer enger und steiler, bis die Öffnung des Annaberger Tunnels erscheint. Ich frage mich natürlich: Was macht so ein Tunnel mitten im Wald?
Nach einiger Fahndungsarbeit stellt es sich folgendermaßen dar:
Ein Bauunternehmer errichtete seinerzeit seine Villa auf dem darüberliegenden Berg, wodurch der Weg in den Wald unterbrochen war. Damit die Menschen weiterhin den Wald erreichen konnten, musste er diesen Tunnel errichten. Das sich damit gleichzeitig ein gutes Fundament für sein Haus schaffen ließ, ist eine willkommene Nebenwirkung. Dem Licht, diesmal am Ende des Tunnels, folgend stehe ich auch schon am Ortsrand von Friesdorf.
In wenigen 100 Metern erreiche ich die Bushaltestelle Turmhaus mit Blick auf dieses Gebäude. Ein markantes Bauwerk in Friesdorf. Bei dem im 12.–13. Jahrhundert erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Turmhaus handelt es sich um eins der ältesten im Rheinland erhaltenen Wohnhäuser.
















Am Ende
Ist die Freude über den zeitnah erscheinenden Bus groß, denn der Weg mit den vielen Fotopausen zehrt schon an den Kräften eines älteren Herren. Der Weg ist genau in der von mir gewählten Richtung leichter als umgekehrt zu gehen, denn wie schon beschrieben ziemlich steil.
Etwas erstaunt hörte ich das Martinshorn eines Rettungswagens mitten im Wald. Ich erinnerte mich an die Berichte meiner Kumpane, die im Zivildienst häufiger den Weg als Abkürzung von Bad Godesberg zur Uniklinik mit ihren Patienten im Rettungswagen nahmen.
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